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23,4° N und 23,4° S · je 36 788 km · Blatt WK

Die Wendekreise auf der Weltkarte

Bei 23,4° nördlicher und südlicher Breite steht die Sonne einmal im Jahr im Zenit – weiter polwärts nie wieder. Diese beiden Linien begrenzen die Tropen.

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Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende · Kacheln © CARTO.

Die Erdachse ist um 23,4° gegen die Bahnebene um die Sonne geneigt. Genau dieser Winkel legt die Lage der Wendekreise fest: Der Wendekreis des Krebses liegt bei 23°26′ nördlicher Breite, der Wendekreis des Steinbocks bei 23°26′ südlicher Breite. Zwischen ihnen liegen die Tropen – der einzige Gürtel der Erde, in dem die Sonne überhaupt senkrecht stehen kann. Beide Kreise sind je 36 788 km lang und damit rund 3 300 km kürzer als der Äquator.

Länder an den beiden Wendekreisen

WendekreisKontinentLänder
Krebs (23,4° N)NordamerikaMexiko, Bahamas
Krebs (23,4° N)AfrikaMauretanien, Mali, Algerien, Niger, Libyen, Ägypten (dazu die Westsahara)
Krebs (23,4° N)AsienSaudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate, Oman, Indien, Bangladesch, Myanmar, China, Taiwan
Steinbock (23,4° S)SüdamerikaChile, Argentinien, Paraguay, Brasilien
Steinbock (23,4° S)AfrikaNamibia, Botsuana, Südafrika, Mosambik, Madagaskar
Steinbock (23,4° S)OzeanienAustralien

Was am Wendekreis passiert

Am 21. Juni, der Sommersonnenwende, steht die Sonne mittags genau senkrecht über dem Wendekreis des Krebses – auf der Nordhalbkugel ist das der längste Tag des Jahres. Ein halbes Jahr später, am 21. Dezember, wiederholt sich das über dem Wendekreis des Steinbocks. Danach „wendet“ die Sonne jeweils und wandert wieder Richtung Äquator; daher der Name. Wer genau auf der Linie steht, wirft an diesem Mittag praktisch keinen Schatten. Innerhalb der Tropen geschieht das an zwei Tagen im Jahr, direkt am Äquator zu den Tagundnachtgleichen im März und September.

Die Namen stammen aus der Antike: Vor rund 2 000 Jahren stand die Sonne zur Sommersonnenwende im Sternbild Krebs und zur Wintersonnenwende im Steinbock. Durch die Präzession der Erdachse stimmt das heute nicht mehr. Auch die Lage der Linien ist nicht ganz fest – die Achsneigung schwankt langsam, sodass sich beide Wendekreise derzeit um etwa 15 Meter pro Jahr zum jeweiligen Äquator hin verschieben.

Wüstengürtel und Klima

Entlang beider Wendekreise liegen die großen Trockengebiete der Erde. Die aufsteigende Luft der Äquatorzone sinkt hier trocken wieder ab und lässt Wolken kaum entstehen. So reihen sich am nördlichen Wendekreis die Sahara, die Arabische Wüste und die Wüste Thar aneinander, am südlichen die Namib, die Kalahari, die australische Wüste und die Atacama – Details unter Wüsten der Welt. Zwischen den Wendekreisen liegen dagegen die feuchten Tropen mit ganzjährig hohen Temperaturen, siehe Klimazonen der Erde.

Kartenpraxis: Auf Zoomstufe 2 sehen Sie beide Wendekreise gleichzeitig. Achten Sie auf die auffällig hellen Sandflächen – sie liegen fast überall auf Höhe der beiden Linien.

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