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180 Breitenkreise · 360 Längenkreise · Blatt GN

Längengrade und Breitengrade

Zwei Zahlen genügen, um jeden Punkt der Erde eindeutig zu benennen. Das Gradnetz aus Breiten- und Längengraden ist das Koordinatensystem, auf dem jede Weltkarte aufbaut.

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Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende · Kacheln © CARTO.

Breitengrade laufen parallel zum Äquator um die Erde und werden von 0° am Äquator bis 90° an den Polen gezählt – nach Norden (N) und nach Süden (S). Längengrade verlaufen als Halbkreise von Pol zu Pol und werden vom Nullmeridian in Greenwich aus bis 180° nach Osten (O) und nach Westen (W) gezählt. Zusammen ergeben sie ein Netz, in dem jede Position genau eine Adresse hat.

Die wichtigsten Breitenkreise

BreitenkreisLageLängeBedeutung
Äquator40 075 kmNullpunkt der Breitenzählung, teilt die Erdhalbkugeln
Wendekreis des Krebses23,4° N36 788 kmnördlichster Zenitstand der Sonne (21. Juni)
Wendekreis des Steinbocks23,4° S36 788 kmsüdlichster Zenitstand der Sonne (21. Dezember)
Nördlicher Polarkreis66,6° N15 967 kmGrenze von Mitternachtssonne und Polarnacht
Südlicher Polarkreis66,6° S15 967 kmumschließt fast die gesamte Antarktis
Nordpol / Südpol90° N / 90° S0 kmPunkte, an denen alle Längengrade zusammenlaufen

Wie Koordinaten geschrieben werden

Ein Grad wird in 60 Bogenminuten (′) unterteilt, eine Minute in 60 Bogensekunden (″). Berlin liegt bei 52°31′ N, 13°24′ O. Moderne Karten und Navigationsgeräte verwenden meist Dezimalgrad, dieselbe Position lautet dann 52,52° N / 13,40° O. Südliche Breiten und westliche Längen erhalten in der Dezimalschreibweise ein Minuszeichen: Sydney liegt bei −33,87 / 151,21, Quito in Ecuador bei −0,23 / −78,52. Die Reihenfolge ist immer gleich – erst die Breite, dann die Länge.

Ein Breitengrad entspricht überall auf der Erde etwa 111,3 km; eine Bogenminute ist damit rund 1,85 km lang und entspricht genau einer Seemeile. Bei den Längengraden ist das anders: Am Äquator liegen zwei Längengrade ebenfalls 111,3 km auseinander, auf 50° Breite – etwa auf Höhe von Frankfurt am Main – nur noch rund 71,7 km, auf 60° Breite 55,8 km, und an den Polen laufen sie in einem Punkt zusammen. Deshalb wirken Länder in Norwegen oder Kanada auf einer Mercator-Weltkarte viel größer, als sie sind.

Gradnetz und Zeitrechnung

Die Erde dreht sich in 24 Stunden einmal um sich selbst, also 360° in 24 Stunden oder 15° pro Stunde. Genau daraus leiten sich die Zeitzonen ab: Jede volle Zeitzone ist im Idealfall 15° breit. Am 180. Längengrad, dem Gegenmeridian von Greenwich, liegt die Datumsgrenze. Für die Seefahrt war die genaue Längenbestimmung jahrhundertelang das größte Problem der Navigation – die Breite ließ sich am Sonnenstand ablesen, die Länge erst mit exakt gehenden Schiffschronometern.

Kartenpraxis: Auf der interaktiven Karte entspricht Zoomstufe 2 einem Ausschnitt von rund 100 Längengraden. Wer Koordinaten sucht, gibt sie am besten als Dezimalgrad ein – Breite zuerst, dann Länge.

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