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Blatt 09 · 78°S, 0° · Kontinent Antarktis

Weltkarte Antarktis – der Kontinent aus Eis

14,2 Millionen km² fast vollständig unter Eis, kein Staat und keine ständige Bevölkerung: die interaktive Karte des südlichsten Kontinents.

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Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende.

Die Antarktis ist mit rund 14,2 Millionen km² der fünftgrößte Kontinent – größer als Europa und fast doppelt so groß wie Australien. Sie ist der einzige Erdteil ohne Staaten, ohne einheimische Bevölkerung und ohne Landwirtschaft. Rund 98 % der Fläche liegen unter Eis, das im Mittel etwa 2 000 m und stellenweise bis zu 4 800 m mächtig ist.

Kartenpraxis: Die übliche Mercator-Projektion zerrt die Antarktis zu einem Band am unteren Kartenrand. Ihre wahre Form zeigt erst eine polare Projektion, wie sie die stumme Weltkarte zum Ausdrucken verwendet.

Antarktis in Zahlen

Flächerund 14,2 Millionen km² einschließlich Schelfeis
Bevölkerungkeine ständige; je nach Jahreszeit rund 1 000 bis 4 000 Forschende
Anzahl Länderkeine – der Kontinent untersteht dem Antarktisvertrag
Eisvolumenrund 26,5 Millionen km³, etwa 90 % des Eises der Erde
Höchster PunktMount Vinson, 4 892 m im Ellsworthgebirge
Tiefste Temperatur−89,2 °C an der Wostok-Station am 21. Juli 1983
Größter SeeWostoksee, rund 15 690 km² unter fast 4 000 m Eis
Längster FlussOnyx River in den Trockentälern, rund 32 km, nur im Sommer wasserführend

Lage und Geographie

Der Kontinent liegt fast vollständig innerhalb des südlichen Polarkreises und umgibt den geografischen Südpol. Das Transantarktische Gebirge zieht sich über rund 3 500 km quer über das Land und trennt die größere, hochgelegene Ostantarktis von der niedrigeren Westantarktis, deren Untergrund weithin unter dem Meeresspiegel liegt. Nach Norden streckt sich die Antarktische Halbinsel bis auf rund 1 000 km an Südamerika heran.

Zwei riesige Buchten schneiden tief ein: das Rossmeer mit dem rund 500 000 km² großen Ross-Schelfeis und das Weddellmeer mit dem Filchner-Ronne-Schelfeis. Rund um den Kontinent kreist der Antarktische Zirkumpolarstrom, der stärkste Meeresstrom der Erde; die Antarktische Konvergenz bildet die ozeanografische Grenze des Südpolarmeers, siehe Ozeane der Erde.

Der geografische Südpol liegt auf rund 2 835 m Höhe auf dem Eisplateau. Roald Amundsen erreichte ihn am 14. Dezember 1911, Robert Falcon Scott gut fünf Wochen später. Im Inneren fällt kaum Niederschlag – große Teile des Plateaus sind mit weniger als 50 mm im Jahr trockener als die Sahara. Am 21. Juli 1983 maß die russische Wostok-Station −89,2 °C, die tiefste je an der Erdoberfläche gemessene Lufttemperatur.

Forschungsstationen und Antarktisvertrag

Über den Kontinent verteilen sich rund 70 Forschungsstationen von etwa 30 Staaten; ungefähr 40 davon sind ganzjährig besetzt. Die größte ist die US-amerikanische McMurdo-Station am Rossmeer, am Pol selbst arbeitet die Amundsen-Scott-Südpolstation. Deutschland betreibt seit 2009 die Neumayer-Station III auf dem Ekström-Schelfeis. Geforscht wird vor allem zu Klimageschichte, Eisdynamik und Ozeanografie.

Rechtsgrundlage ist der Antarktisvertrag, der am 1. Dezember 1959 in Washington von zwölf Staaten unterzeichnet wurde und am 23. Juni 1961 in Kraft trat. Er stellt das Gebiet südlich von 60° S unter ein Regime der friedlichen Nutzung: militärische Anlagen, Waffenerprobungen und die Lagerung radioaktiver Abfälle sind verboten, die Forschungsfreiheit ist garantiert, und bestehende Gebietsansprüche mehrerer Staaten sind für die Laufzeit des Vertrags eingefroren.

Ergänzt wird er durch das Umweltschutzprotokoll von Madrid, das 1991 unterzeichnet wurde, 1998 in Kraft trat und den Abbau von Bodenschätzen bis mindestens 2048 untersagt. Der antarktische Eisschild bindet rund 60 bis 70 % des Süßwassers der Erde; sein vollständiges Abschmelzen würde den Meeresspiegel um etwa 58 m anheben.

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